Thursday, November 10, 2011

Toller Artikel zur amerikanischen Gebementalitaet ! unbedingt lesen :)

weil ich gerade etwas zum sozialen miteinander schrieb und wie man vor allem unter nachbarn fuereinander da ist und einspringt, kam ich heute zufaellig auf einen artikel, der nicht nur toll geschrieben ist (unterschiede in der mentalitaet von amerikanern und deutschen), sondern auch SO viele dinge aus dem alltag beschreibt, die mir hier taeglich passieren ! ein Beispiel
"Einmal wollte meine damals zweijährige Tochter im Supermarkt ihren Joghurtbecher selbst tragen und hielt ihn so fest, dass er platzte. Es eilte nicht nur sofort ein gut gelaunter Mitarbeiter herbei, um die Sauerei aufzuwischen, er zog auch noch Aufkleber aus der Schürze, um Nina zu trösten. In einer ähnlichen Situation in Frankfurt am Main raunzte mich mal ein anderer Kunde an: „Sie haben den Joghurt kaputtgemacht! Sie müssen ihn bezahlen!“

haha, GENAU so isses :))


wer also ein paar minuten zeit hat, sollte hier mal reinschauen. und ... lasst mich wissen, was ihr dazu meint !



http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/give-me-five-12779

9 comments:

  1. Ich finde den Artikel klasse! Sooo viele Sachen, die ich hier genauso erlebt oder erkannt habe.

    Bei den Kommentaren dazu macht es mich immer sauer, wenn so manch ein Deutscher in üblicher Manier reagieren muß und alles Gute hier nur schlecht macht...Die pro Kopf Spendensumme USA (pro Jahr) im Vergleich zu D zeigt doch sehr deutlich die Einstellung der Menschen! Sie werden dazu nicht gezwungen, sondern tun es freiwillig. Sie zeigen einfach mehr Herz und Mitgefühl als die Deutschen!

    Es gibt aber auf jeden Fall Sachen, die wir hier besser finden und andere die wir in Deutschland besser finden. Natürlich wünsche ich mir auch eine Krankenversicherung für alle, doch ist das scheinbar nicht so leicht umzusetzen...

    LG aus Hickory.

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  2. Oh man, da habe ich echt feuchte Augen. Das sit es doch was ich meine. Hier lebe ich nun schon 4 Jahre, und nichts der Gleichen ist mir begegnet. Als wir in der Nähe von Alzey auf dem Dorf für 5 Jahre gelebt hatten, haben wir so gut wie keinen Kontakt gehabt. Als wir auszogen, und wir viele Dinge auf den Sperrmüll legten, kamen alle angerannt. Wir haben an diesem Tag das halbe Dorf kennen gelernt, und in 5 Jahren hat nie einer was gesagt.
    Man kann so viel machen, so viel bewegen und erreichen, und das alles nur mit Freundlichkeit, einer Nettigkeit und so vieles mehr.
    Darum liebe ich Amerika und daran wird sich auch nichts ändern, auch wenn es andere Seiten noch gibt. Wenn ich dort mal Lebe, dann möchte ich auch für das Land was machen. Das sollte jeder, egal wo er eigentlich wohnt, aber in der USA ist es halt um so vieles einfacher. Ach ich könnte noch Stunden schreiben. Der Artikel ist Klasse.

    LG Claudia

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  3. Hi biggi,

    habe gerade den link gelesen. ist es nicht egal wer wo wieviel spendet, ich finde wichtig wenn man überhaupt "irgendetwas" für andere tut. und das kann für mich schon vor der eigenen haustür sein.das können manchmal ganz kleine sachen, gesten o.ä. sein. das ist doch kein wettbewerb, und schonmal gar nicht D gegen USA. menschen, die nur an sich denken gibt es überall auf der welt, genauso menschen die an andere denken, ich bin mir auch sicher, dass nicht jede spende (muss nicht immer geld sein !!!) public gemacht wird. für mich gibt es irgendwie nicht typisch deutsch, typisch amerikanisch oder typisch irgendetwas, ich finde es kommt auf den einzelnen menschen an. und wichtig für mich ist, dass die "spende" von herzen kommt und nicht etwas gemacht wird was evtl. alle machen oder was vielleicht gerade in ist und man somit sein gewissen beruhigen möchte, frei nach dem motto, ich habe ja auch was gemacht. nicht nur die großen auch die kleinen spenden zählen.
    muss zum schluss aber auch sagen, dass ich mir noch nie gedanken darüber gemacht habe, ob deutsche oder amerikaner mehr spenden.
    kleines bespiel: als wir hier um uns herum neue nachbarn (wir waren mit die ersten in unserer strasse) bekamen, haben wir einigen beim einzug brot und salz in einem schönen korb vorbeigebracht, nicht zur kontrolle o.ä.(bericht) sondern um einfach hallo und willkommen zu sagen, das war ein schönes gefühl und ich hab mich gefreut, dass die nachbarn sich gefreut haben. wir haben so etwas nicht bekommen, aber darauf kam es mir auch nicht an. schenken und die freude anderer zu sehen, kann einen selber auch glücklich machen. hier ging es zwar nicht direkt um eine spende, sondern eher um soziales miteinander. ich sage immer, wenn man freundlich auf andere zugeht, kommt das irgendwie zurück. muss aber auch sagen, dass ich nicht alle in meiner strasse mag, aber zumindestens grüssen geht immer.
    ein anderes beispiel: ich werde in den nächsten tagen älteres spielzeug von lukas, das schon seit ewigen zeiten sein dasein im keller fristet zur tafel bringen als spende. bei der tafel werden lebensmittel von geschäften an bedürftige ausgegeben. ist nur etwas "kleines", kommt aber von herzen.

    lg

    ruth

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  4. ja, hedda, so sehe ich das auch. wir sind hier nicht im land, wo milch und honig fliesst und ich will sicher nicht alles gutheissen.
    aber das soziale zusammenhalten finde ich schon immer wieder beeindruckend und es ist wahnsinn, wie schnell es auch abfaerbt - im positiven sinne.

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  5. Hallo liebe Biggi,

    Deine Geschicht wirkt auf den ersten Blick als tolles Beispiel für das "Serviceparadies USA".
    Der Hintergrund ist aber banaler: Hätte die Servicekraft anders reagiert hätte sie entweder ihren Job verloren oder
    (im Extremfall) eine Klage riskiert.
    Auch die Gebermentalität der US-Bürger kommt nicht von ungefähr. Wenn sich eine Sozialgemeinschaft (was nach Definition ein
    Staat nunmal ist) aus der Verantwortung für seine schwächsten Mitglieder stielt, kann ein humanes Gewissen eigentlich nichts
    anderes tun, als sich für diese Mitglieder zu engagieren - leider geschieht dies bei den besonders generoesen Gebern
    auch aus Geltungssucht.
    Ihr lebt unbestritten auf der Sonnenseite des American Way of Life und geniesst ihn in vollen Zuegen. Dass es aber weitverbreitet
    in den USA anders aussieht, zeigt dieser Artikel: http://www.zeit.de/2011/44/USA-Los-Angeles

    Grüsse über den Grossen Teich
    Thomas Meinberger

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  6. hi ruth,

    der artikel ist ja sicher nicht als vorwurf gegen deutschland gedacht, warum die einstellung so anders ist. vielmehr werden beispielsituationen dargestellt, die im alltag einfach total unterschiedlich sind und erklaerungen gebracht, warum das so ist.
    wir hatten das ja schonmal beim thema strassenfest und mir scheint, dass du einfach auch in einer ecke wohnst, die noch recht viel soziales miteinander lebt.
    ich kenne das so nur von wenigen freunden, die in D leben. man gruesst sich zwar und redet ein paar takte, achtet aber noch viel mehr drauf, dass die strasse auch gekehrt ist (ueberspitzt gesagt).
    ich finde es auch toll, wenn jeder in seinem kleinen rahmen gibt und hilft, habe aber hier bei zahllosen gegebenheiten erlebt, dass es so viel ansteckender und motivierender ist, wenn zb eine ganze gruppe von muettern/vaetern beim dekorieren hilft, man als gruppe durch die gegend faehrt und winterjacken sammelt oder man sieht, dass fast jeder, der vor dir an der kasse steht, ohne zoegern einen dollar fuer das kinderkrankenhaus spendet - da denkt man gar nicht lange nach sondern macht einfach mit. einzelkaempfer sein ist einfach immer anstrengender und man erfaehrt das tolle gefuehl von "mensch, wir MACHEN was zusammen" einfach nicht.
    meine trommelgruppe bekommt zum beispiel oft gage und kein pfennig wird behalten oder gar als bezahlung fuer unsere leiterin hergenommen ... sondern die gesamtsumme wird an lokale wohltaetigkeitsvereine gespendet und das ist fuer alle wunderbar in ordnung.
    aber es ist ja super, dass du im kleinen anfaengst und positive zeichen setzt, wo du kannst. wenn man an kharma glaubt, kommt eines tages alles wieder zurueck !

    ich denke mir oft, dass europa einfach schon so viel geschichte und damit auch viel not, armut und krankheit erfahren hat, dass menschen es schon immer gewohnt sind, erstmal dafuer zu sorgen, dass sie und ihre familien versorgt sind und man dann erst an andere denkt/denken kann.
    hier ist es doch noch gar nicht so lange her, dass die siedler allesamt neu anfingen und schlichtweg aufeinander angewiesen waren und ohne hilfe der bereits ansaessigen siedler hier nicht haetten ueberleben koennen (dabei muss ich das (traurige) kapitel der indianer jetzt mal ausklammern).
    fuer mich jedenfalls ist das eine logische erklaerung fuer ein sozialeres denken.
    einen riesen unterschied macht es fuer mich auch, dass es hier keine kirchensteuer gibt. man wird nicht in die kirche als 'verein' hineingeboren (und viele bleiben 'dann halt dabei'), sondern waehlt sich seine bewusster aus und gibt dann seine spende direkt an die eigene kirche. das geht bei manchen strengglaeubigen bis hin zum 10ten teil ihres einkommens, was ja schon gewaltig ist, allerdings aus ueberzeugung kommt.

    liebe gruesse nach D

    biggi

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  7. thomas,

    ganz so einfach kann man gerade das beispiel der angestellten im supermarkt nicht abtun. zwar GIBT es store policies und die mitarbeiter MUESSEN sich dementsprechend verhalten, aber keiner wird einen angestellten zwingen, hinzugehen und mit falsch-freundlichem gesicht auch noch sticker zu verteilen, damit das kind sich ja nicht schlecht fuehlt.

    hintergrund fuer diese situation ist auch, dass man kindern gegenueber positiver eingestellt ist und man sie als wertvollen teil der gesellschaft sieht. ich kann mich gar nicht erinnern, hier mal ein 'rasen betreten verboten' schild gesehen zu haben ;)
    als uns freunde hier mit ihrem baby besuchen kamen, waren die total verwundert, wie die angstellten von geschaeften auf sie zugestuermt kamen und gar nicht drueber fertig wurden, wie suess der kleine waere. als sie dann gleich nach dem urlaub durch neubert liefen, schaute kein mensch nach ihrem kind und sie waren ganz baff, wie unterschiedlich doch auf kinder (und auch tiere) hier und dort reagiert wird. ganz sicher waeren die US angestellten nicht gefeuert worden, haetten sie das baby einfach nicht gross beachtet.

    du hast sicher recht, wenn du sagst, wir leben auf der sonnenseite mit kranken und arbeitslosenversicherung und genug geld im alltag, ein sorgloses leben fuehren zu koennen. aber im gleichen atemzug ist damit auch die erkenntnis gewachsen, dass es vielen anderen hier nicht so geht und dass es schmerzlos ist, andere durch spenden/mitarbeit zu unterstuetzen.
    nicht nur dass, es ist sogar ein gutes gefuehl. nach 10 jahren hier gaebe es wahrscheinlich 100 kleine beispiele dafuer, wo und wie man hier das miteinander unterstuetzt, aber ich fuerchte fast, wir leben schon zu lange hier, als dass es mir noch grossartig auffallen wuerde.
    danke fuer deinen link, den lese ich mir spaeter durch.

    lg

    biggi

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  8. @ Thomas Meinberger. Das ist ja interessant. Du kannst diesen Beitrag ernst nehmen? Oder willst Du nur provizieren? Der Beitrag gehoert eingentlich in den USA feindlichen (oder vielleicht genauer: Republikaner feindlichen) SPIEGEL. In dem Bericht ist kein einziges gutes Wort. Well, I guess the writer did end up in hell. Sie haette besser sich vorher mal informiert wo sie hinzieht. Ein kleiner Urlaub haette waere vielleicht zu viel von Intelligenz gezeigt. Ich kann nur vermuten, Ihr damaliger DDR Lehrer hat ihr das Paradies versprochen und Sie hat das auch noch erwartet. Sorry, ich kann den Bericht nicht ernst nehmen. Viele Gruesse aus der "hell" ;) Michael the devil, who thinks it is HOT here.

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  9. Hi biggi,

    danke für den lieben post. eigentlich seh ich das ja genauso wie du. ich hab den artikel nicht als vorwurf aufgefasst. ich hatte nur das gefühl, bei den vielen kommentaren irgendwie die wogen glätten zu müssen. (in meinem tiefen inneren bin ich ein harmoniesüchtiger mensch)
    und mit dem was du schreibst ("gruppen spenden")
    da muss ich dir vollkommen recht geben. ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ein kind in lukas´s kindergarten an leukämie erkrankt ist, da haben sich spontan ein paar mütter zusammen gefunden (ich war auch dabei), materialien gespendet und gebastelt was das zeug hält. das wurde dann alles auf einem weihnachtsbasar verkauft und das geld der dkms gespendet. und was soll ich sagen, es war sehr motivierend und das beste, es hat riesigen spass gemacht, das miteinader und dabei noch etwas gutes zu tun.

    bezüglich unserer siedlung, denke ich, dass liegt daran, dass wir hier alle mehr oder weniger gleichzeitig angefangen sind (grosses neubaugebiet, nicht nur ein paar häuschen) und wir uns fühlen wie damals die siedler. das kann in manch anderen wohngebieten schon ganz anders aussehen.

    dass mit dem karma kann sein. ich habe nur manchmal das gefühl, und das meine ich jetzt nicht länderspezifisch, dass das "zwischenmenschliche", das kann ein lächeln, ein nettes wort oder vieles andere mehr sein, zu kurz kommt, dabei ist das ja eigentlich so einfach.
    resume: wünschen wir uns und hoffen doch einfach, dass sich so viele menschen, wie möglich, an dem spenden-und-sozialen-mitteinander-virus anstecken.

    auch ganz liebe grüsse über dem teich

    ruth

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